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Nein, das hier war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick. Das gedämpfte, melancholische Klavier-Intro, das sich sanft im Raum ausbreitet war zwar noch ganz mein Fall, aber ab 'Fragment two' war ich dann doch tatsächlich: peinlich berührt. Denn um solcherartigen Umgang mit Elektronik, wie Eraldo Bernocchi ihn offenbar pflegt, mache ich normalerweise einen Bogen, wenn auch keinen allzu großen. Schön groovig und schön dunkel, ja, aber: zu perfektionistisch-gefällig oder auch unangenehm ernsthaft. Dazu kommt dann noch ein leicht östlicher Einfluss, manifestiert sich, gleich zu Beginn, gern in schamanischen Rhythmen und: ich weiß nicht so recht. Aufgenommen wurde live, in Siena, und ich dachte noch: Toskana, eigentlich die Landschaftliche Entsprechung. Zu Bügelfalten-Elektronik.
Die Frage, die sich nun stellt, ist wohl: wie krieg ich jetzt die Kurve? Weil, wie der erste Satz dieser kleinen Besprechung zart andeutet, ist es wohl noch was geworden. Aus uns zweien. Die Antwort könnte lauten: ein paar mal durchhören, das Album. Zuerst verschönert es nur den Wohnraum, in etwa wie das neue Werk von Tosca. Aber da ist noch mehr, hier wie dort. Weil erstens harmoniert die von einer improvisierten Wurschtigkeits-Patina überzogene weitläufige Leichtigkeit von Harold Budd’s (der übrigens, kleiner geschichtlicher Exkurs, zusammen mit Brian Eno eines der klassischen Ambient-Alben eingespielt hat: »The Plateaux of Mirror«) Klavierspiel einfach ganz hervorragend mit seinem etwas problematischen Kompagnon, dem gediegenen Breitwand-Dub, den ich mittlerweile auch mehr als nur okay finde, und zweitens… nun ja, soviel mehr ist da eigentlich gar nicht, vordergründig. »Fragments from the Inside« ist letztendlich eben ein ziemlich schönes Dub/Downbeat-Album mit einem herrlich einlullenden Ambient-Touch, das ein wenig mehr Aufmerksamkeit, als man ihm Anfangs zugestehen will, vielleicht nicht unbedingt einfordert. Aber jedenfalls: belohnt.
» Sub Rosa
[Tobias Bolt]
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